Wilhelm Jost Institut Förderverein e.V.

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Identifizierung von Gefahrstoffen anhand physikalischer Größen

Wie sich gezeigt hat ist eine Einteilung verschiedener Gefahrstoffe nach ihrem chemischen Aufbau zwar prinzipiell möglich, aber nicht immer eindeutig. Eine Klassifizierung nach ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften und den sich daraus ergebenden Gefährdungen ist hier von praktischerem Nutzen.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Kennzahlen im Zusammenhang mit physikalischen Gefährdungen vorgestellt werden. Sie sind die Voraussetzung dafür um im nächsten Schritt eine Klassifizierung der verschiedenen Gefährdungsarten vornehmen zu können.

Allgemeine chemisch-physikalische Größen

Um chemische Verbindungen und Gemische zu charakterisieren, können neben ihrer chemischen Zusammensetzung ihre chemisch-physikalische Größen herangezogen werden.

Siedepunkt TSd = f(p)

Dichte = f(p, T)

Korngrößenverteilung

Dampfdruck pD = f(T)

Viskosität = f(p, T, ρ)

Bildungsenthalpie

Schmelzpunkt TSm = f(p)

pH-Wert

Löslichkeit in Wasser bzw. Fett

Neben diesen allgemeinen Größen lassen sich für die Einschätzung der Gefährdung durch diese Stoffe aber auch spezielle sicherheitstechnische Kennzahlen bestimmen. Diese Kennzahlen sind speziell für die Bewertung bestimmter Gefahrenpotentiale gedacht.

Die einzelnen sicherheitstechnischen Kenngrößen sind dabei historisch gewachsen, dadurch sind die Messvorschriften zum Teil nicht praxisnah und sinnvoll. Man muss diese als verbindliche Konvention annehmen, mit der ein Experte auf diesem Gebiet eine Beurteilung von Explosionsgefahren bei einer gegebenen Situation abgeben kann.

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